Chronik

  Die Gründung des Vereins entsprang dem kameradschaftlichen Handeln jener Männer, die die vergangenen kriegerischen Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts mehr oder weniger heil überstanden. Ihr Dank dafür bestand darin, dem Schicksal der gefallenen und vermissten Kameraden durch die Feier jährlicher Gottesdienste zu gedenken. So schlossen sich 1874 ein Dutzend Heimkehrer des Krieges 1870/71 aus Weyarn, Valley, Fentbach, Holzolling, Neukirchen, Standkirchen und Thalham zusammen und gründeten eine Veteranen- und Kriegerkameradschaft. Eines der ersten Ziele des Vereins war die Errichtung eines Kriegerdenkmals. Über die Anschaffung der noch heute existierenden Gründungsfahne liegen weder schriftliche Dokumente, noch mündliche Überlieferungen vor.

Der erste Kassenbericht stammt aus dem Jahre 1878. 135 Mitglieder zählte der Verein damals. Es wurde ein Jahresbeitrag von 0,50 Mark erhoben. Die Kasse wies einen Aktivbestand von 82,20 Mark aus.

Zum 25-jährigen Gründungsfest des Vereins, an dem sich 22 auswärtige Veteranen- und Kriegervereine beteiligten, konnte am 27. August 1899 das Kriegerdenkmal eingeweiht werden.

Während des 1. Weltkrieges von 1914 – 1918 war die Tätigkeit des Vereins eingeschränkt, die Jahresfeste wurden jedoch abgehalten. Nach Ende des 1. Welkrieges wurden am 17. August 1919 Neuwahlen durchgeführt, bei denen Josef Huber aus Standkirchen zum 1. Vorstand gewählt wurde. 35 Jahre lag nun die Vereinsführung in seinen Händen.

Bei der Jahresversammlung 1921 wurde beschlossen, zum 50-jährigen Bestehen der Kameradschaft im Jahre 1924 eine neue Fahne anzuschaffen. Weiter einigte man sich darauf, das Kreuz von Saarburg als Fahnenmotiv zu verwenden. Leider liegen über die Anschaffungskosten keine Aufzeichnungen vor. Das neue Banner soll aber aufgrund der damaligen Inflation Millionen gekostet haben.

Am 10. August 1924 wurde das 50-jährige Stiftungsfest mit einer feierlichen Fahnenweihe gefeiert. Der Festgottesdienst fand auf dem Aussichtsberg unter den Linden statt. Trotz der Inflationszeit haben ca. 50 Vereine aus der näheren und weiteren Umgebung teilgenommen.

Im 3. Reich wurde der Verein durch die Gleichschaltung verpflichtet, sich dem Kyffhäuser Bund anzuschliessen. Während des 2. Weltkrieges waren die Aktivitäten des Vereins stark eingeschränkt. Für die Gefallenen wurden am Kriegerdenkmal Gedenkfeiern abgehalten, auch die Jahresversammlungen wurden weiterhin durchgeführt.

1951 wurde am Kriegerdenkmal eine Gedenktafel für die gefallenen und vermissten Kameraden des zweiten Weltkrieges angebracht.

Bei der Jahresversammlung 1972 konnten 30 neu eingetretene Reservisten der Bundeswehr begrüßt werden. Nachdem die Zahl der Reservisten stetig zu nahm, wurde der Vereinsnamen am 19.08.1973 in Veteranen- und Reservistenkameradschaft Weyarn geändert.

Am 18.08.1974 fand bei strahlendem Sonnenschein das 100-jährige Gründungsfest des Vereins statt. Die beiden Fahnen, die Gründungsfahne von 1874 und die 50 Jahre alte Jubiläumsfahne, wurden zu diesem Anlass in Stand gesetzt.

Zum 125-jährigen Jubiläum des Vereins sollte die Gründungsfahne erneut renoviert werden. Nachdem die beauftragte Fahnenstickerei darauf hinwies, dass die Fahne zukünftig geschont werden müsse, beschlossen die Veteranen des Vereins auf Anregung von Ehrenvorstand Kaspar Klein die Anschaffung eines neuen Banners. Als Motiv der Fahne, die bei der Fahnenstickerei Eibl in Olching in Auftrag gegeben wurde, entschieden sich die Veteranen für eine Abbildung des Kriegerdenkmales.

Mit der Weihe der neuen Fahne beging der Verein vom 30.07. bis 01.08.1999 sein 125-jähriges Gründungsfest und die Feier des 100-jährigen Bestehens des Kriegerdenkmals.

Die Veteranen- und Reservistenkameradschaft Weyarn fühlt sich auch weiterhin dem Gedenken an die Opfer der Kriege und der steten Friedensmahnung verpflichtet. Als Symbol dieses Auftrages wird seit 2003 der Volkstrauertag im November gemeinsam von den Veteranenvereinen in Neukirchen und Weyarn und der Gemeinde Weyarn mit einer Kranzniederlegung begangen, zudem beteiligt sich der Verein an den Sammlungen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.